Die internationalen Rohstoff- und Energiemärkte zeigen nach Jahren außergewöhnlicher Volatilität erstmals klare Entspannungstendenzen. Zahlreiche Indizes notieren unter Vorjahresniveau, Volatilitätsmaße gehen zurück und Prognosen signalisieren eine Phase relativer Marktstabilität. Für Treasury- und Finanzverantwortliche eröffnet sich damit ein günstiges Zeitfenster: Jetzt können Steuerungsansätze, Bilanzierungs- und Hedging-Strategien ohne akuten Krisendruck überprüft und zukunftsfähig ausgerichtet werden.
Makroökonomisch deuten diese aktuellen Prognosen auf sinkende Rohstoffpreise hin. So erwartet die Weltbank für 2025 einen Rückgang der Preise um rund 12% und weitere 5% im Jahr 2026.
Dies stellt das niedrigste Niveau des Jahrzehnts dar. Auch kurzfristige Großhandelspreise für Strom liegen in vielen Regionen deutlich unter dem Vorjahr. Gleichzeitig erhöht die OPEC+ ihre Fördermengen, was kurzfristig preisdämpfend wirken könnte. Trotz dieser Entspannung bleiben strukturelle Risiken (geopolitisch, regulatorisch und logistisch) bestehen. Treasury-Funktionen sollten diese Phase deshalb nicht als „Atempause“, sondern als aktiven Gestaltungsraum nutzen.